Energetische Sanierung und Aufstockung in Aachen

VOM SANIERUNGSFALL ZUR STADTVILLA

Ein Stadthaus aus den frühen 1950 er Jahren erfährt in Aachen ein drittes Leben. Durch eine zweigeschossige Aufstockung mit 220 Quadratmetern, besitzt dieses heute den Charakter eines modernen Stadthauses mit spannenden Grundrissen, dominanten Lichthöfen und mächtigen Fensterbänden zur Straßenseite. Ein besonderer Beitrag für das Schaffen zeitgemäßen Wohnraums im urbanen Kontext.

 

HOLZBAUWEISE PUNKTET DURCH FLEXIBLEN RAUMGEWINN

Der verantwortliche Architekt und Bauherr Professor Klaus Klever hat für die General-Sanierung des Hauses ein imponierendes Planungs-Konzept entworfen. Die städtebaulichen Gegebenheiten ließen eine größere Gebäudehöhe zu, als der Bestand sie hatte. Das aufgebaute Dachgeschoss bietet nach der Sanierung auf einer Gesamtfläche von 220 qm über zwei Ebenen einen völlig neuen und besonders faszinierenden Wohnraum für eine Familie mit zwei Kindern. Die Wohnung mit offenem Grundriss wird strukturiert durch zwei große Lichthöfe und mehrere Terrassen – ergänzt durch viele Fenster und interessante Holzbau-Details. In den lichtdurchfluteten Räumen der Aufstockung erfährt man heute die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Holzbauweise mit großzügigem Raumvolumen, offenen kommunikativen Ebenen und klaren Strukturen. Der Vorteil des Holzbaus – selbst schwierige bauphysikalische Bedingen können kostengünstig erfüllt sowie schnell und substanzschonend gebaut werden.

Die Aufstockung und Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses erhielt vom Bund Deutscher Architekten (BDA) in Aachen die „Auszeichnung guten Bauten 2014“. In ihrer Beurteilung hob die Jury die gelungene städtebauliche Einbindung des ganzheitlich sanierten Gebäudes ebenso hervor wie den skulpturalen Charakter der Aufstockung selbst. Dem Projekt wurde zudem eine Anerkennung beim Deutschen Holzbaupreis 2015 ausgesprochen.

 

VOM ENERGETISCHEN PROBLEMFALL ZUM PRACHTSTÜCK

Die neuen Bauteile im Bereich der Aufstockung wurden energetisch sehr hochwertig ausgebildet. Die erhaltenen Bauteile wurden im Rahmen der Möglichkeiten energetisch ertüchtigt. Ein Pelletkessel, der die Grundlast abdeckt, liefert Heizwärme und versorgt Bestand und Aufstockung zentral mit Warmwasser. Der vorhandene Gas-Brennwertkesse schaltet sich bei Spitzenlast dazu. Diese Heizung wird zudem unterstützt durch eine thermische Solaranlage. Zusätzlich wurden bei der Aufstockung und in einigen Bereichen des Bestandes im zweiten Obergeschoss hocheffektive Konvektoren mit geringem Wasserinhalt eingebaut.

Das Bauwerk wurde zum KfW 55 Haus mit einem Primärenergiebedarf von 29kWh/m²a. Ermittelt aus den Verbrauchswerten von drei Jahren, lag der Endenergiebedarf ohne Warmwasserbereitung vor der Sanierung bei ca. 124 kWh/m²a. Nach Sanierung liegt der entsprechende Wert bei 65 kWh/m²a, wurde also in etwa halbiert.

  • Architekt:  
    Professor Klaus Klever, Aachen
  • Leistung:  
    Holzbau
  • Fertigstellung:  
    2014
  • Auszeichnungen:  
    Anerkennung Deutscher Holzbau Preis 2015
  • Bildnachweis:  
    Peter Hinschläger
error: Sorry, die Bilder gehören Kappler!